Warum ein Spurwechsel nötig
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2011
Über 1200 Biker beim stimmungsvollen Dankgottesdienst mit Motorradsegnung am Kapellplatz
Altötting. Harte Kerle in "Kutte", mit Vollbart und Pferdeschwanz auf der Harley; Familienväter mit Nachwuchs als Sozius auf der Kawasaki; angegraute Herren auf edlen BMW-Zweirädern: Die breit gefächerte Biker-Szene gab sich am gestrigen Sonntag in der Wallfahrtsstadt wieder ein Stelldichein, aus ganz Bayern kamen die Gäste, aus Österreich und den benachbarten Bundesländern, um auf dem Kapellplatz gemeinsam einen Dankgottesdienst für die unfallfreie Saison zu feiern. Am Altar standen die Kapuziner Br. Georg Greimel und Br. Andreas Kaiser, die nach der stimmungsvollen Messe unter strahlend blauem Himmel die Maschinen und ihre Fahrer bei der Ausfahrt Richtung Tillyplatz einzeln segneten.
Laut Norbert Ziegleder vom Initiativkreis Junge Wallfahrt wurde bei der gestrigen neunten Auflage der Biker-Wallfahrt ein Rekord gebrochen: Bei der Segnung wurden über 1000 Motorräder gezählt, an der aber nicht alle Fahrer teilnahmen. Insgesamt schätzt Ziegleder, dass über 1200 Motorräder am Kapellplatz waren, sehr viele von ihnen auch auf dem Sozius besetzt, und dazu noch hunderte Zaungäste. "Es werden schon 3000 Menschen gewesen sein", freut er sich über das friedliche Fest, zu dem auch die Feuerwehr und das BRK durch Sicherheitsdienste ihren Beitrag leisteten. Die zehnte Auflage ist bereits terminiert am Sonntag, 23. September 2012.
In einem Eingangs-Impuls hatte Günter Wewerka den Leitgedanken des Gottesdienstes vorgegeben: Ein Spurwechsel sei für den Motorradfahrer ein grundsätzliches Manöver − und so sollte es für uns alle sein. Denn es gäbe genügend Gründe dafür: die Bekämpfung des Hungers in der Welt oder die Verschwendung von Lebensmitteln, die Atompolitik, die Umweltzerstörung oder die Firmen-und Bankenrettungspakete,während das Prekariat immer zahlreicher werde.
Br. Georg griff das Bild vom Spurwechsel in seiner Predigt auf und forderte, vor diesem Manöver das Tempo zu drosseln und die Augen aufzumachen. "Unser Ziel muss ein Spurwechsel sein für ein gerechteres Leben", sagte der Kapuziner: "Es geht um Umkehr." Wegweiser sei Jesus: "Er will uns auf die richtige Spur, auf den richtigen Weg bringen." Für die musikalische Gestaltung des Dankgottesdienstes sorgte der "Sound and Joy Club" aus Mühldorf, und manch hartgesottener Lederjackenträger sang mit bei Gospels wie "Oh Happy Day" oder Bette Midlers "The Rose". Kurzum: unterwegs im Auftrag des Herrn. − ecs
Quelle: ANA vom 29.06.2011